Standardkunststoffe

Etwa Vierfünftel der weltweiten Kunststoffproduktion sind Standardkunststoffe. Kein Wunder, denn eine günstige Fertigung steht bei diesen Materialien im Fokus, häufig in der Massenanfertigung. Ihre mechanischen Eigenschaften liegen deutlich hinter denen der technischen Kunststoffe. 

Typischerweise werden im Rohr- und Behälterbau meist Standardkunststoffe angewandt. Auch werden sie für mechanisch weniger stark belastete Anwendungen oder elektrische Isolierungen genutzt. 

Doch aller „Einfachheit“ zum Trotz besitzen Standardkunststoffe durchaus auch einzigartige Eigenschaften, die sie zur ersten Wahl für spezielle technische Anwendungen machen. So zum Beispiel eignen sich die guten Isolationseigenschaften von PVC oder auch die hohe chemische Beständigkeit der Polyolefine (PE, PP) für bestimmte technische Anwendungen.

PVC (Polyvinylchlorid)

PVC ist hart und spröde, doch verändern Weichmacher und Stabilisierungsmittel die Elastizität. PVC kann gefärbt werden, nimmt kaum Wasser auf und ist stabil gegen Ethanol, Öl und Benzin, Säuren und Laugen. „Angreifbar“ ist es beim Kontakt mit Aceton, Ether, Benzol, Chloroform und konzentrierter Chlorwasserstoffsäure.

  • optimal geeignet für Behälter und Apparatebau 
  • chemisch resistent
  • hohe Steifigkeit 
  • UV-stabil und wetterresistent

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PE (Polyethylen)

Polyethylen Polymere sind teilkristalline Thermoplaste. Sie bieten eine hohe Zähigkeit sowie eine hervorragende chemische Beständigkeit. So ist PE resistent gegen Basen, Säuren und weitere Chemikalien. Im Gegensatz zu anderen Kunststoffen weisen Polyethylen Kunststoffe jedoch eine geringere mechanische Festigkeit und Temperaturbeständigkeit auf. Zu beachten ist dementsprechend, dass PE nicht bei Temperaturen über 80 °C verwendet werden kann.


Das Molekulargewicht einzelner Polyethylen Werkstoffe kann stark variieren, was sich wiederum direkt auf die relativen physischen Eigenschaften jedes Typs auswirkt. Im „Standard“ ist PE milchig-trüb, fühlt sich an wie Wachs und ist nicht vor Kratzern gefeit.

  • geeignet u.a. für Gas- oder Trinkwasserleitungen
  • geringe Dichte im Vergleich zu anderen Werkstoffen
  • hohe Schlagzähigkeit, auch bei niedrigen Temperaturen
  • gute Verschleißfestigkeit, minimale Feuchtigkeitsaufnahme
  • sehr gute Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit
  • sehr gute elektrische Isolierung
  • hohe Schwingungsdämpfung

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PP (Polypropylen)

PP gilt als der leichteste aller Kunststoffe, kein Wunder bei einer Dichte zwischen 0,895 g/cm³ und 0,92 g/cm³. Mit weitem Abstand zum PVC ist PP die Nr. 2 in punkto Produktionsmenge von Kunststoffmaterialien. Im Aufbau ähnelt Polypropylen dem Polyethylen, ist jedoch deutlich temperaturstabiler (zwischen 100 °C und 110 °C), härter und fester. Aufgrund der Glasübergangstemperatur von 0 °C wird es PP bei kalten Temperaturen spröde.

  • geeignet für Anwendungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. 
  • geruchlos und sanft zur Haut, physiologisch unbedenklich
  • beständig gegen Alkohol, organische Lösungsmittel und Fette
  • nicht beständig gegen Benzin, Benzol und Kohlenwasserstoffe

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PMMA (Polymethylmethacrylat, Plexiglas®)

PMMA ist ein nicht splitternder und leichter Ersatz für Glas, verwendet u.a. in Schutzbrillen. Im Vergleich zu Glas punktet PMMA mit einer geringeren Dichte, in etwa die Hälfte (ca. 1,2 g/cm3). Auch lässt sich PMMA einfacher verarbeiten und ist lichtdurchlässiger als Glas. Je nach Material-Typ lässt es ultraviolettes Licht und Röntgenstrahlen „passieren“, jedoch keine Infrarotstrahlung. Zu beachten ist die Spannungsempfindlichkeit von PMMA, sodass seine Oberfläche nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln gereinigt werden sollte.

  • sehr gute optische Eigenschaften. 
  • hohe Lichtdurchlässigkeit, hohe Steifigkeit und Dimensionsstabilität
  • höchste Kratzfestigkeit
  • beständig gegen Umwelt-Bedingungen, UV-Strahlung und Abnutzung 

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